Cinnamon, März 2019

Dieser Kater saß heute bei uns im Garten und jeder dürfte erkennen, das er nicht sehr gut aussieht. Es ging ihm furchtbar schlecht und er stand nicht mal auf, als ein Auto vom Hof fahren wollte. Wir nehmen an, es ist eine Bauernhofkatze. Wir wissen es aber nicht genau. Er ist sofort zum Tierarzt gebracht worden. Die wichtigsten Blutwerte sind in Ordnung, aber er hat Leukose. Er hängt an der Infusion und ist mit Medikamenten versorgt worden.

Und nun etwas in eigener Sache. Es ist manchmal nicht zu glauben wieviele Menschen offenbar nicht bereit sind Verantwortung für selbst angeschaffte Tiere zu übernehmen. Da wäre als erstes das Thema Kastrationen zu erwähnen. Bitte lasst eure Freigänger kastrieren. Es ist unverantwortlich seine Katze draußen unkastriert herumlaufen zu lassen. Sie verpaaren sich mit ausgesetzten Tieren/Straßenkatzen und produzieren Unmengen an Katzenwelpen die jämmerlich auf der Straße sterben, weil sie nicht geimpft sind bzw. nicht medizinisch versorgt werden. Sie können schließlich nicht selbst zum Tierarzt gehen. Das zweite Thema Impfungen. Es gibt eine Leukoseimpfung, das heißt, diese Erkrankung hätte verhindert werden können. Wenn die Grundimmunisierung vernünftig durchgeführt worden ist, muss man heutzutage nicht mehr jedes Jahr impfen. Mittlerweile betragen die Intervalle 3 Jahre. Wer also aus Prinzip nicht impft oder aber sich die ca. 50 € im Jahr für eine Untersuchung einsparen möchte, der soll dann aber auch die Kosten für sein in der Regel schwer krankes Tier selbst tragen und zu seinen Entscheidungen stehen.

Es ist in den letzten 4 Monaten schon das dritte Tier das wir in solch einem schlechten Gesundheitszustand auffinden.

Was passiert jetzt mit dem Kater? Gute Frage. Denn die Leukose hat er jetzt. Sein Leben wird auch nicht lang sein. Im Grunde darf er nicht mehr raus. Denn er kann weitere Tiere anstecken. Er ist aber ein reiner Freigänger, den man nicht von heute auf morgen einsperren kann.

Er sucht ein Zuhause, wo er die einzige Katze ist. Wer gibt ihm das, solange es ihm gut geht?

UPDATE: Die Stiftung Arche Kanaum hat Cinnamon ein Zuhause für seinen Lebensabend gegeben. Dort kann er mit anderen Katzen, die ebenfalls Leukose haben, die großzügigen Freigehege unsicher machen.

Ganz herzlichen Dank an die Stiftung Arche Kanaum und an Heinz Piehler aus Weiden, die so selbstlos geholfen haben. Nicht weil sie etwas davon hätten, sondern einfach nur weil jemand wirklich ihre Hilfe gebraucht hat.

Euer Prokastrationsprojekt e.V. – Team