Rika, Mai 2017

Auch diese Geschichte sollte erzählt werden. Rika, so heißt die kleine Podenca heute, ist vor einem Monat über den Tierheimzaun geworfen und genau dort auch aufgefunden worden. Es ist ein Glück, dass sich die Hunde nachts nicht im Außengehege befinden, denn sonst hätte das ins Auge gehen können. Sie ist sofort zum Tierarzt gebracht worden. Gottseidank hatte sie nur eine Prellung und keine Fraktur. Mittlerweile hat sie gut zugenommen und auch das Beinchen ist wieder heile.

Hinter dieser Rasse jedoch verbirgt sich ein großes Übel, welches leider alle Jagdhundrassen in Spanien betrifft. Sie werden für ein paar Wochenenden im Jahr zur Jagd auf Kaninchen verwendet und den Rest des Jahres verbringen sie irgendwo in der Walachei an kurzen Ketten oder werden in uneinsehbaren Verschlägen gehalten. Das allein scheint noch nicht zu reichen. Ihr Futter besteht aus Weißbrot und wenn sie Glück haben, bekommen sie hin und wieder auch Wasser hingestellt. Man versucht damit die Jagdtriebigkeit zu erhöhen.

Wenn die Jagdsaison vorbei ist, dann kosten die Tiere das Geld für das Weißbrot und nicht einmal das sind sie den Jägern wert. Es scheint ein alljährliches landesweites „Loswerdfieber“ auszubrechen. Plötzlich tauchen hier und dort verletzte, verirrte Tiere auf. Die Tötungsstationen füllen sich mit Podencos, Galgos, Pointer und hin und wieder auch einem Deutsch Drahthaar. Wen juckts. Man hat ja noch zwei Hunde in Reserve und nächstes Jahr gibt es Neue.

Natürlich ist es in den letzten Jahren zu einem Wandel gekommen. Immer mehr Familien nehmen Jagdhunde auch als Familienhunde auf. Dies fängt dennoch nicht alle Tiere auf, die für die Jagd produziert werden.

Rika ist kein Einzelfall aber ein Paradebeispiel wie es den Jagdhunden in Spanien ergeht wenn sie die erwartete Leistung nicht erbringen oder krank werden.

In diesem Sinne….euer Pro Kastrationsprojekt e.V. – Team

Galerie: Rika

Nur ein paar Wochen später mit etwas Pflege, Futter und Zuneigung. Welch ein Wandel. Sie sucht noch ein Zuhause.